Britta Mann berichtet aus San Francisco (California / USA)
Besucht uns auf:

Was zur Hölle mache ich hier eigentlich?, dachte ich mir, als ich am 30.11.2007 im Flieger nach Detroit saß. Ich bin 35 Jahre alt und fliege nach San Francisco, kenne dort keine Menschenseele, wohne in einer host family und werde zur Schule gehen. Naja, jetzt gab es keinen Weg mehr zurück und wenn die Familie nicht so toll ist: ich kann ja wechseln und zwei Wochen sind ja nun auch nicht so lang.

Die Reise fing allerdings mit guten Omen an. Ich saß in der ersten Reihe und hatte endlich mal Platz für meine langen Beine. Oh, war das toll. Von Detroit ging es nach San Francisco. Und was soll ich sagen, ich hatte eine ganze Reihe für mich alleine!! Mein Start konnte nicht besser sein.

In San Francisco gelandet nahm ich mir ein Taxi zu meiner host family. Der Fahrer wusste den Weg nicht… Es hatte so gut begonnen, sollte es nun schlechter werden? Ich gab ihm die Nummer von meiner host family und er musste sie zweimal anrufen, um den Weg zu finden. Nach ca. 15Min. Fahrt, bei der ich mir noch überlegte, ob ich aussteigen sollte, kam ich an einem großen, sehr schönen Haus an. Ich stieg also aus. Im Haus empfing mich Ginna, meine host mom, sehr herzlich und zeigte mir erstmal mein Zimmer. Da ich erst um 23h in ihrem Haus ankam, zeigte sie mir noch die Küche, damit ich mir am nächsten Morgen mein Frühstück machen konnte und erklärte mir mein Badezimmer. Ich war so glücklich, mein eigenes Badezimmer! Sie erzählte mir, dass mit mir noch 4 weitere Studenten im Haus lebten und ich sie morgen oder Sonntag treffen würde. Dann kamen auch ihr Sohn Sean (4) und ihr Mann Jim, um sich mir vorzustellen. Ihre Tochter Sabrina (8) schlief schon, wie meine 4 Mitstudentenbewohner.

Nach meinem ersten positiven Schock, gab ich Ginna meine Gastgeschenke worüber sie sich sehr freute. Sean machte sich direkt über die Süßigkeiten für die Kinder her.

Am nächsten Tag traf ich meine Mitstudenten/Mitbewohner (wir haben uns den Namen host student gegeben). Als erstes traf ich Shawn aus Korea, dann Maja aus der Schweiz und danach wachte auch Carol aus Brasilien auf. Sie waren alle sehr nett und boten mir ihre Hilfe an, denn sie wüssten noch, wie es an ihrem ersten Tag gewesen sei. Ich kann nur sagen, es waren keine leeren Floskeln; sie haben mir immer geholfen. Bei dieser Unterhaltung stellten wir auch fest, das Shawn und Carol die gleiche Schule besuchten und sie boten mir an, zusammen mit ihnen am Montag zur Schule zu fahren. Wie gesagt, sie waren sehr nett.

Nach dem Frühstück machte ich mich auf in die City. Obwohl Shawn den Abend zuvor eine längere Party hatte und dementsprechend noch sehr müde war, brachte er mich zur BART (S-Bahn) und half mir ein Ticket zu kaufen und ging danach wieder nach Hause um noch ein wenig zu schlafen.

Silva aus Frankreich lernte ich am Sonntag Abend beim Essen kennen. Es gab immer um 20h Essen und unsere host mom konnte wirklich fantastisch kochen. Es gab asiatisches und europäisches Essen. Sehr lecker und immer abwechslungsreich. An einem Freitag Abend, nach dem Abendessen waren wir alle zusammen mit zwei Autos in einem Supermarkt einkaufen, was sehr lustig war.

Meine host students nahmen mich am Montag mit zur Schule, welche sehr zentral lag. Der Einstufungstest begann. Bei dem Test lernte ich Cristina aus Brasilien kennen und wir hatten das Glück, dass wir zusammen in eine Klasse kamen, beide zwei Wochen blieben und beide Mitte 30 waren. Nach dem Test stellte unser Direktor uns einige wichtige Personen vor und erklärte uns die Regeln. Auch wurde uns gesagt, wo wir nach Sonnenuntergang nicht hin gehen sollten und das die meisten der vielen Obdachlosen harmlos sind. Danach gab es einen kleinen Rundgang in der Schule und wir gingen mit Bree, unserer Ansprechpartnerin für das Freizeitprogramm der Schule, zur Orientierung in die City.

Unsere zwei Lehrer, Alex und Charly, waren super. Sie hatten beide ein sehr gute Art zu unterrichten. Es machte viel Spaß und war sehr abwechslungsreich. Ich bin in meinem Leben noch nie so gerne zur Schule gegangen. Meine Klasse bestand aus 12 Schülern, aus 8 Nationen. Somit bekam ich nicht nur Einblicke in die amerikanische Kultur, sondern erfuhr auch einiges über andere Nationen, deren Sitten und Gebräuche.

An den Nachmittagen haben wir uns San Francisco angesehen. Natürlich sind wir Cable Car gefahren -was wirklich sehr lustig ist-, waren am Fisherman‘s Warf, incl. Pier 39 mit seinen Seelöwen, haben eine Bay Rundfahrt zur Golden Gate Bridge und an Alcatraz vorbei, bei Sonnenuntergang gemacht, waren an und auf der Lombard Street, Embacadero, Powell Street, China Town, Castro, Golden Gate Park, MoMa, Zoo und natürlich waren wir fast täglich auf dem Union Square. Auf dem Alamo Square haben wir uns, wie es sich für gute Touristen gehört, auch die weltbekannten Painted Ladies angesehen und der sehr schöne Ort Sausalito war auch nicht vor uns sicher. Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten in San Francisco, da muss man halt Abstriche machen, wenn man nicht nur asiatisches Sightseeing hin - Foto - nächstes Objekt machen möchte. Aber so hat man auch einen Grund noch mal nach San Francisco zu kommen.

An einem Samstag haben wir uns einen Wagen gemietet und sind zu einer riesigen Outlet Mall gefahren. Powershopping bis die Kreditkarte glüht… Bei dem Dollarkurs war alles noch günstiger, da muss man einfach shoppen.

Am Wochenende (unserem einzigen WE) haben wir einen 2tages Trip nach Las Vegas gemacht. Eine Hammer Stadt. Wirklich unglaublich, alles ist riesig und man kommt sich vor, wie in einem überdimensionalen Disneyland. War ein toller Ausflug und dank Bree, die wirklich viel Geduld mit uns dreien hatte, haben wir nur 200$ für Flug und Übernachtung bezahlt.

Bei unseren ganzen Ausflügen sind wir mit sehr vielen netten Amerikanern ins Gespräch gekommen. Amerikaner machen einem das Leben als Tourist wirklich einfach, sie ignorieren diverse grammatische Fehler und finden es einfach nur toll, dass man ihre Sprache kann und sie in einem Urlaub verbessern will.

Diese zwei Wochen waren so schnell vorbei und ich bin so froh und glücklich diesen Sprachurlaub gebucht zu haben, auch wenn mich manchmal leise Zweifel beschlichen. Trotz Schule und den ganzen Aktivitäten habe ich mich wirklich erholt und werde diesen Urlaub wohl nicht vergessen. Ich finde diese Art von Urlaub sehr gut, da man jede Menge nette Leute kennen lernt, eine Sprache besser sprechen lernt und auch noch einen Einblick in das Leben der Einwohner bekommt.

Im Gegensatz zu meinen ersten Worten kann ich jetzt nur sagen: Die zwei Wochen waren zu kurz.
 

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